Tag 18

Also los um 6:30 Uhr schliesslich ging es darum nach 15 Meilen die „Hot Springs“ zu erreichen, drei heiße Quellen am Colomb River. Frank hatte noch ein paar „dringende Geschäfte“ zu erledigen und so ging ich allein voran. Die nächsten 6 Stunden traf ich auf dem Trail auch nur einen Hiker – Peter aus dem Schwarzwald. Aber der ist gut einen Kopf größer als ich und er hat auch eine andere Schrittlänge … also weiter allein.Der Trail ging im in 30-40 Metern Höhe am Fluss entlang, meist war der Pfad nur einen halben Meter breit, steil abfallend. 

Ziemlich zerklüftete Landschaft – Gott sei Dank mit Wind zwischendurch.

Mittags traf ich dann an den heissen Quellen ein, ein paar andere Hiker waren auch da und ein illustreres FKK-Grüppchen aus der näheren Umgebung. Die einzige Quelle die nicht so arg frequentiert war, war so heiß, dass ich nur die Füße reinsteckte. Ein paar Minuten im Fluss geschwommen (das tat richtig gut) und dann zum trocken ausgestreckt. 2 Stunden später kam dann Sharky an und gesellte sich zu uns.

Er blieb noch etwas länger aber ich marschierte los – Ziel war noch ca. 1 Stunden zu laufen und dann irgendwo das Nachtlager aufzuschlagen. Leichter gesagt als getan – der Trail lief immer am Hang entlang und bot keinen Platz zum campen. Also musste ich 2,5 Stunden weiterlaufen und ich schwor mir, dass der nächste Fläche Platz mir gehörte!

Irgendwann ging der Trail dann bergab, ich bog ab auf eine kleine Wiese und schlug mein Zelt auf. Alle weiteren Hiker die nach mir kamen liefen auf dem Trail weiter – komisch, dachte ich mir, wo wollen die denn alle hin? 

Eine Stunde später kam Sharky und meinte, er gehe noch etwas weiter auf dem Trail, denn da wo ich läge, sei Camping verboten … oben am Trail stünde ein Schild …. 

Ok, mir egal – hab ich nicht gesehen und ich lieg schon im Schlafsack … wird schon schiefgehen. Wenn mich die Polizei verhaften möchte, soll sie ruhig kommen ...

Also kam es, wie es kommen musste: um 0:30 Uhr …. hatte ich Durst, trank etwas und schlief weiter. Am Morgen baute ich entspannt mein Zelt ab und machte mich wieder auf den Weg.

 

Bilder des Tages:

Tag 17

Sharky und ich wurden gegen 10 Uhr von einer der Australierinnen auf die andere Seite des Big Bear Lakes gefahren, wo wir einer „Dirt Road“ folgen, die nach knapp einer Stunde den PCT kreuzte. Back on the trail!

Zuerst ging es erhöht am See entlang, durch Wälder und immer leicht bergab. Das war angenehm. Später durchquerten wir dann eine Gegend in der es früher mal gebrannt haben muss – ziemlich kahl und immer noch verbrannte Baumreste.

Wir hatten 15 Meilen geplant, weil dann ein Campground mit Wasser auf uns wartete. Unterwegs überholten wir "Amnesia", die arg mit ihren Blasen zu kämpfen hatte und "Pizzabeans". Die Wasserstelle stellte sich als der Colomb River heraus, diesen also auf einem Baumstumpf überquert, Wasser gefiltert und dann das Zelt aufgebaut.

Ich hab ab 20:30 Uhr geschlafen – der Tag war lang, und die kommende Nacht brachte 5 Grad Celsius. Wie sagte der nette Kassierer im Supermarkt – „Es ist zu kalt für die Jahreszeit“ …. wie recht er hat.

 

Tag 16

„zero“ in Big Bear Lake … in der Black Forest Lodge im 3er Zimmer abgestiegen – heute früh erst mal ausschlafen, dann etwas an den und plaudern – Andreas "Flowerman" aus Bochum (wir saßen im gleichen Flieger von Frankfurt) kam mit Bier und Chips vorbei (thanks!), er ist durch die fireclosure/nicht fireclosure gelaufen und deshalb zeitgleich mit mir hier vor Ort. 

Danach versucht hier in Big Bear Lake einen Supermarkt oder Grocery Store zu finden … denkste, hier gibt’s nur Souveniers …. also den Nachmittag genossen, Kraft getankt und abends zu zehnt zum Sushi Essen gegangen … Abwechslung muss sein! Natalie aus Australien („Amnesia“) hat gestern in der Karaokebar zwei Landsmänninnen getroffen, die einen 3 Monate Roundtrip durch die USA machen, die haben Sharky und mich schließlich nach dem Essen noch schnell zum 2 Meilen entfernten Supermarkt gefahren, damit wir unsere Lebensmittel für die nächsten 4 Tage komplettieren konnten.

Sharky und ich werden morgen früh wieder auf den Trail gehen – Woodpecker wird wohl noch mindestens einen Tag bleiben, um sein Knie auszukurieren.


Tag 15

Ok – kleine Verschnaufpause hier. Heute ging es nur 5 Meilen zu „Ziggy and the Bear“ wo bereits über 30 Hiker die Nacht verbracht hatten. Im mit Teppich ausgelegten Hinterhof. So toll die beiden Trailangel – enorm, was sie auf sich nehmen … "The Bear" macht von jedem Hiker ein Portraitbild mit Namen (wie ein Police-Mugshot) … ich war Nr. 1418 dieses Jahr!

Wegen einer sehr alten Fireclosure geht es von hier aus zu Fuß nicht weiter auf dem PCT. Deswegen bieten verschiedene Leute gegen ein kleines Entgelt einen Shuttle-Service nach Big Bear Lake an …wegen der Menge an Hikern müssen wir also 6 Stunden hier warten, aber es gibt Schlimmeres ….

Morgen wollen wir dann in Big Bear Lake einen Zero einlegen, Pierres Knie braucht Ruhe und wir alle insgesamt wohl auch … Essen für die nächsten 4 Tage kaufen steht auch auf dem Programm.

Trailangel „Devilfish“ hat uns 5 Hiker (das Sharkpack und Kiwi und Bear aus Australien) dann nach San Bernardino zum Busbahnhof gefahren, von wo es dann mit dem Mountain Express Bus noch eine Stunde weiter ging nach Big Bear Lake. In San Bernardino gönnten wir uns aber erst mal einen leckeren Burger der famosen "In and Out Burger" Kette. In Big Bear Lake haben wir dann in der Black Forest Lodge ein Zimmer bezogen und erst mal ausgiebig geduscht (immerhin schon das 3. Mal!!)

Danach ging es mit Wes und Staci, Joe, Pizzabeans, Daniel und Natalie (Amnesia) in "Murrays Bar" … zum Karaoke! Amnesia und die anderen teilen sich ein etwas größeres Zimmer mit einem „Indoor-Spa“ und hatten schon etwas vorgeglüht … Eine Karaokebar fast ausschließlich für Rock- und Metalfans – das hat die Welt noch nicht gesehen/gehört. Sharky und ich sind verstört nach knapp 2 Stunden verschwunden um uns noch eine Pizza zu besorgen … von irgendetwas muss der Hiker ja leben … 

Stunden später kam dann auch "Woodpecker" im Motel an … ziemlich durch den Wind und abgetanzt.